Die Firma Hat-Tech AG aus Freienbach leistet seit Anfang 2010 finanzielle Soforthilfe für Menschen in finanzieller Not. Diese werden vom Sozialzentrum Höfe vermittelt.
Menschen in finanzieller Not gibt es überall, auch in den als wohlhabend geltenden Bezirken March und Höfe. «Es ist schockierend, was direkt vor unserer Haustür passiert», sagt Ramon Näf, Geschäftsführer der Firma Hat-Tech AG aus Freienbach. «Besonders traurig ist, dass man von dieser Not nichts hört. Wenn man vom Raum March- Höfe spricht, denkt man immer nur an tiefe Steuern und reiche Ausländer, die hierher ziehen.» Besonders berührt haben Ramon Näf Berichte über Working-Poor, also Menschen, die Vollzeit arbeiten und dennoch nicht genügend Geld zum Leben verdienen. «Uns geht es sehr gut. Deshalb wollten wir etwas zurückgeben», sagt Näf. Also habe er mit dem Sozialzentrum Höfe Optionen besprochen, wie man den Menschen aus der Region, die sich in finanzieller Not befinden, helfen könne. Die Lösung: finanzielle Soforthilfe. «Bevor die Menschen zum Sozialfall werden, greifen wir ein. Wir möchten, dass die Bedürftigen weiterhin auf eigenen Beinen stehen können», sagt Näf. Durch das schnelle reagieren könne man die Leute in der Gesellschaft stabilisieren. Diese Zusammenarbeit in Sachen finanzielle Soforthilfe mit dem Sozialzentrum Höfe ist einzigartig.
Innert einem Tag reagieren
Seit Anfang 2010 arbeitet die Hat-Tech AG mit dem Sozialzentrum Höfe zusammen. Seither hat man 60 bis 70 Gesuche erledigt. Zusammen mit einem Sozialarbeiter arbeiten die Bedürftigen ein Gesuch aus. Anschliessend wird es anonymisiert und an Hat-Tech weitergeleitet. Diese prüfen das Gesuch und stellen das Geld zur Verfügung. «Unsere Reaktionszeit beträgt maximal einen Tag», erklärt Näf.
Genau dieses unkomplizierte, unbürokratische und schnelle Handeln schätzt das Sozialzentrum Höfe. «In schwierigen Situationen muss es schnell gehen», betont Andreas Zehnder, Geschäftsleiter des Sozialzentrums Höfe. Auf das Angebot der Hat-Tech habe man deshalb freudig überrascht reagiert, denn es gäbe immer wieder Fälle mit Notlagen. «Die Zusammenarbeit ist sehr positiv und unkompliziert», sagt Zehnder.
Manchmal genügen 100 Franken
Die Not ist für jeden einzelnen individuell. So hat Hat-Tech beispielsweise schon Zahnarztrechnungen oder Krankenkassenprämien bezahlt, Geld für Matratzen, Staubsauger oder Mietkosten gesprochen oder auch ein Zugbillett nach Italien gekauft. Bei dieser Reise nach Italien ging es darum, dass jemand so die Möglichkeit erhielt, letztmals seine kranke Mutter zu besuchen und sich von ihr zu verabschieden.
«Bei einigen können 100 Franken schon sehr viel bewirken», sagt Näf, der nicht weiss, wer das Geld erhält. Wichtig sei, dass das Unternehmen hinter dem Gesuch stehen könne.
«Es ist ein schönes Gefühl, wenn wir jemandem helfen können. Es gibt uns viel zurück», sagt Näf. Vor allem sei es schön, zu wissen, dass die Hilfe ankommt, da sie ja für jemanden direkt vor der Haustür bestimmt ist. Näf spricht dabei von einer Herzensangelegenheit. Bisher hat das Familienunternehmen
sein Engagement geheim gehalten. Den Schritt an die Öffentlichkeit unternimmt das Unternehmen in der
Hoffnung, weitere Firmen aus der Region zu motivieren. «Wenn sich durch die Veröffentlichung Nachahmer finden, hat sich die Aktion bereits gelohnt. » Dies wäre auch im Sinn des Sozialzentrums Höfe. «Es ist nicht selbstverständlich, dass die Hat-Tech AG alles bezahlt. Es wäre daher schön, wenn sich noch weitere Unternehmen daran beteiligen würden, so dass wir Kontinuität schaffen können
», sagt Zehnder.
 

Das bewährte Original vom Erfinder der Rohrinnensanierung: 
Trinkwasserleitungen sanieren statt ersetzen.